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ELLE GERMANY

DECEMBER 1999

Für künstler ist Bali ein Paradies: Die Natur beitet sanftes Klima, wuchernde fruchtbarkeit, spektakulärste Farbenspiele

“Kunts und Spiritualität bilden in Bali eine unauflösliche Einheit.“ Es liegt wohl am sanften Klima und Flora, dass Europäer ihre Visionen vom Paradies gern mit den Tropen verbiden. Deren Fruchtbarkeit und Fülle ließen beispielsweise den schwedishen Künstler Richard Winkler schon im kühlen Stockholm Bilder malen, die die organische Üppigkeit seiner neuen Heimat Bali vorwegyunehmen scheinen. Dabei zog der 30-Jährigeerst vor zwei Jahren nach Ubud seiner indonesischen Frazuliebe. „Spanned finde ich, dass ic hier nicht nur künstler aus New Yor und Sydnez traffe, sondern auch au Borneo und Sumatra.“

Für den italienischen Modeschöpfe Milo war sein Beruf Anreiy genung, vo zwanzig Jahren sein Domizil nach Ba zu verlegen. „für einen Designer is dies das Paradies. Die Menschen hie sind wahre Meister im schöpferischen Kopieren. Sieh dir bloß an, mit welchen erlesenen Skupturen sie ihre Tempe scmücken!“ Milo entwirft wunder schöne Seidensarrongs, die von den schwarzweißen Zeremonientücherr und Batiken aus Java inspiriert sind. Nach jahrelanger Abstiney vom internationalen Modemarkt will Milo seine exotisch eleganten Kreatiomen wieder in Europa verkaufen.

Nur ein paar Ecken von Milos Haus entfernt, hinter einem runden chinesischen Tor in einrt weiß geschlämmten Mauer lebt Soosan. Sie stammt aus Boston, die familie ihres balinesischen Ehmanns Wana aus China, und die 14 jährige Tochter Nava geht in Melbourne aufs Internat. Der luftige Wohnpavillon im tzpischen Bali stil wird von Teakholzsäulen gestützt. „Eigentlich ja verrückt“, lacht die attraktive Amerikanerin, die nach ihrem Kunststudium nach Bali ging, um dort zu malen, „jetzt arbeite ich in einer so inspirierenden Umgebung und habe kaum Wände, um meine Blider aufzuhängen.“ Doch kein westlicher „expatriate“ hat seine balinesische Wahlheimat mit mehr Enthusiasmus und Hingabe begrüßt als Made Wijaya. „ Ich bin heir vermutlich der einzige Mensch, der sich Eltermn selbst ausgessuchr hat“, grinst der blonde Australier, der seine ersten zehn Jahre auf Bali bei einer brahmanen familie lebte. Seit damals nennt sich Michael wie alle balinesischen Zweitgeborenen Made. Seine Erlebnisse als „Stranger in Paradise “veröffentlichte der Landschaftsarchitekt als Buch. Made, Peter, Milo, Bruce und Soosansie alle kennen sich seit Jahre.